Kaffee

costa ricanischer kaffee mit socke So braut man in Costa Rica Kaffee:

Dies ist die traditionelle Art, in Costa Rica Kaffe zu brauen: Man benutzt einen simplen Kaffeefilter, der einer Art Socke gleicht. Diesen füllt man mit gemahlenem Kaffee und giesst heisses Wasser hinein. Fertig! Die Filter sind in Costa Rica in jedem Supermarkt erhältlich. Falls Sie sich nicht in Costa Rica befinden, können Sie es auch mit einer Tennissocke probieren. Wir empfehlen, eine unbenutzte Socke zu verwenden, wenn Sie käsigen Geruch im Kaffee vermeiden möchten.

 

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Die Fotos wurden im Hotel Fleur de Lys gemacht

 

Über Kaffee

kaffeebohnenKaffee ist ein aus Afrika stammender immergrüner Strauch. Nach etwa vier Jahren blüht die Pflanze zum ersten mal. Die 5-6 Blütenblätter sitzen auf den sekundären Ästen des Strauchs  und riechen etwas nach Jasmin. Die Kaffeebohnen werden aus den Steinen der Frucht gewonnen, welche auch als “Kirschen” bezeichnet werden. Die Früchte sind zuerst grün und werden kirschrot wenn sie reif sind. Eine Kaffepflanze produziert etwa 3 Kilo Früchte pro Jahr, woraus ungefähr 600 Gramm Bohnen gewonnen werden können. Der Kaffeebaum kann bis zu 60 Jahre alt werden und erreicht den Höhepunkt der Produktion ab 30 Jahren.

 

Der wilde Kaffe stammt ursprünglich aus 2 afrikanischen Arten:

  • Der Arabica Kaffee stammt aus der Abyssinischen Prärie (Äthiopien).
  • Der Robusta (Canephora) Kaffee stammt aus den tropischen Wäldern Afrikas.

Zahlreiche Kreuzungen sind über die Jahre gezüchtet worden. Die Pflanze wird durch Samen oder Pfropfen vermehrt. Dabei werden allerdings nicht alle Eigenschaften der Mutterpflanze vererbt. Im wilden Zustand kann die Pflanze bis zu 6 Meter hoch werden. Im industriellen Anbau werden die Pflanzen jedoch auf 1-2 Meter zurück geschnitten, da sie dabei den höchsten Ertrag abwerfen.

Kurze Geschichte

kaffeesetzlingEin Kapitän der Holländischen East India Company brachte im späten 17. Jahrhundert die ersten Kaffeesamen nach Amsterdam. Dort wurden Sie im Gewächshaus der berühmten botanischen Gärten angepflanzt. Anschliessend begannen die Holländer, Kaffee in Ceylon und Java anzupflanzen. Durch den zunehmenden Erfolg des Getränks in Europa wurden die Holländer für mehrere Jahrzehnte führend im Kaffeeanbau.

Um 1720 brachte der Franzose Chevalier de Clieu die erste Kaffeepflanze nach Martinique. Die Pflanze gedeihte dort so gut, dass sie in weiteren karibischen Kolonien wie Guadeloupe und Santo Domingo angepflanzt wurde. Ein Jahrhundert später wurde der Kaffee in zahlreichen Lateinamerikanischen Ländern zur Kulturpflanze.

 

Kaffee in Costa Rica

Die ersten Kaffeepflanzen wurden von den Engländern nach Costa Rica gebracht. Die Einheimischen erkannten das kommerzielle Potential der Pflanze nicht auf Anhieb und benutzten diese zu Beginn vor allem als Zierpflanze. Um die Produktion zu fördern, wurden die Costa Ricaner angewiesen, mindestens zwei Kaffeepflanzen im Garten zu halten. Um 1830 wurden die ersten Kaffee-Fincas im Zentraltal eröffnet. Der Kaffee wurde mit den traditionellen Ochsenwagen zum Hafen von Puntarenas gebracht und von dort aus in die Welt exportiert. Dies war der erste Rohstoff, der aus Costa Rica exportiert wurde und brachte einigen Kaffeebaronen grossen Reichtum, mit welchem in San José feudale Gebäude gebaut. wurden. Das neoklassizistische Nationaltheater (im Oktober 1897 eröffnet) wurde zum Beispiel durch Steuererträge aus dem Kaffeeexport finanziert (s. Bild rechts).

Heute gibt es rund 80’000 Kaffeeproduzenten und über 95 beneficios (wo der Kaffee verarbeitet wird). Trotz zahlreicher Preisinstabilitäten bleibt der Kaffee die viertwichtigste Einnahmequelle Costa Ricas (nach Tourismus, Bananen und Ananas).

Grano de Oro

 

Die Kaffeebohnen werden in Costa Rica Grano de Oro genannt. Die Kaffeekirschen enthalten in der Regel eine Doppelbohne - allerdings gibt es in Costa Rica zum Teil auch einzelne Bohnen, die "caracoli" genannt werden. Manche Kaffeeröster verarbeiten ausschliesslich diese Caracoli und verkaufen sie zu einem (ca 30%) höheren Preis, da sie ein spezielles Aroma haben.

 

Anbau und Verarbeitung

kaffeepflückerDie optimalen Anbaubedingungen für Kaffee sind in Costa Rica im Zentraltal zu finden. Auf einer Höhe zwischen 1200-1800 Metern und bei Temperaturen zwischen 15-28° C gedeiht er am Besten. Der dortige vulkanische Boden ist zudem sehr fruchtbar. Die Pflanze bevorzugt warmes Klima, ist aber für direktes Sonnenlicht zu empfindlich.
Im Zentraltal beginnt die Pflanze 9 Tage nach den ersten Regenfällen (März/April) zu blühen. Die Kaffeekirschen reifen 8-10 Monate nach dem Blühen und werden dann von Hand gepflückt. Costa Rica ist mit ca. 150’000 Tonnen pro Jahr der zehntgrösste Kaffeeexporteur der Welt. In 2005 wurden mit diesem Rohstoff $300 Millionen eingenommen.

Viele Kaffeeplantagen bieten geführte Rundgänge an. Kontaktieren Sie uns, wenn sie an einer solchen Tour interessiert sind.

Die Kaffeeernte in Costa Rica findet von November bis März statt (aus diesem Grund fanden die Schulferien in diesem Zeitraum statt;  damit die Costa Ricanischen Kinder sich an der Ernte beteiligen konnten). Da nur reife Früchte gepflückt werden, sind mehrere Durchgänge nötig. Dafür ist die Qualität des Kaffees umso höher. Nach der Ernte muss das Fruchtfleisch von der Bohne entfernt werden. Die Bohnen fermentieren anschliessend damit verbleibende Schleimstoffe entfernt werden. Nachdem die Bohnen gewaschen worden sind, werden sie traditionellerweise an der Sonne getrocknet. Schliesslich wird der Kaffee geröstet, was für die Qualität des Getränks bestimmend ist. Viele europäische Kaffeeproduzenten nehmen daher den Vorgang des Röstens selbst in Europa vor.

 

Weitere Verwendungen von Kaffee

Die Pflanzen werden nach 30 Jahren entwurzelt, um die Plantage zu erneuern. Das Holz der Pflanze ist bei lokalen Restaurants beliebt, die mit traditionellen Holzfeuern kochen. In Costa Rica werden aus Kaffeeholz auch Papier, Schmuck und Souvenirs hergestellt. Nachdem es von den Bohnen getrennt wird, kann das Fruchtfleisch als Dünger verwendet werden. Kaffeesatz ist ebenfalls als zuverlässiger Dünger bekannt, welcher dem Boden Kalium zuführt - dies können sie selbst zuhause ausprobieren.

 

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