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Säugetiere in Costa Rica

Affen (Spanisch: Mono)

brüllaffenKein Urlaub in Costa Rica wäre komplett, ohne eine Begegnung mit diesen nahen Verwandten der Menschen. Schon hundert Jahre bevor Charles Darwin seine Theorie über den Ursprung des Lebens erstellte, klassifizierte der Schwede Carl Linnaeus die Menschen in derselben Kategorie wie Affen. In Costa Rica leben jene Affen, die als “Cebidae” bekannt sind, also Affen der sogenannten “Neuen Welt” (d.h. Amerika). Für diese Arten ist typisch, dass sie unbehaarte Gesichter mit flachen Nasen und lange Glieder besitzen, sowie Schwänze, die beim Klettern behilflich sind.

In Costa Rica gibt es vier Arten von Affen: Brüllaffen, Klammeraffen, Totenkopfaffen und Weisschulterkapuziner. Alle dieser Arten sind wichtig für die Verbreitung von Samen, da sie eine grosse Anzahl verschiedener Früchte verzehren. Alle Affen in Costa Rica sind gefährdet, die Totenkopfaffen sogar stark.

 

Brüllaffe

BrüllaffeBrüllaffen sind mit 1m Höhe und einem Gewicht von 5 kg die grössten Affen in Costa Rica. Sie bewohnen Feuchtgebiete des tropischen Tieflands. Ihr Name stammt von dem sonoren Gebrüll, die sie frühmorgens ausstossen, um ihr Revier zu markieren. An manchen Orten, (wie Tortuguero oder Corcovado) werden Sie von diesem Ruf geweckt werden. Der Ruf von Brüllaffen kann bis zu 5 Kilometer weit getragen werden und macht es damit zum lautesten Tier im Dschungel. Trotz dieses Lärms sind Brüllaffen in der Regel ruhige Tiere, die lautlos und unbemerkt an einem vorüber huschen können. Zudem ruhen sie sich 80% des Tages aus.

 

Klammeraffe

klammeraffeKlammeraffen benutzen ihren Schwanz als fünfte Hand, um beim Klettern ihren Körper zu tragen. Sie steigen nur selten von den Bäumen herunter, da sie dort oben alles finden, was sie zum Leben benötigen: Blätter, Nüsse und Früchte. Klammeraffen können durch unmissverständliche Gesten kommunizieren: Wenn sich Menschen ihrem Revier nähern, erklimmen sie das Ende eines Astes und schütteln diesen kräftig, um die Eindringlinge zu vertreiben. Wenn dies nicht fruchtet, können sie auch mal einen Ast schmeissen.

 

Totenkopfaffe (Spanisch: Mono Titi)

totenkopfaffe Die “Titi” Affen sind winzige Äffchen mit einem Gewicht von ca. 600g, die vor allem in der Gegend um den Nationalpark Manuel Antonio zuhause sind. Hier im tropischen Regenwald ernähren sie sich von Insekten und kleinen Pflanzen. Wegen Abholzung der Wälder sind die “titi” Affen allerdings vom Aussterben bedroht. Interessanterweise benutzen Totenkopfäffchen ihren Schwanz beim Klettern nicht zum Greifen, sondern - wie Katzen - zum Balancieren.

 

Weissschulterkapuziner (Spanisch: Mono de Cara Blanca)

weisschulterkapuzineraffeDies ist die Affenart, welcher Sie in Costa Rica am einfachsten begegnen werden. Man findet sie sowohl in den Feuchtwäldern der karibischen Ebenen, als auch in den trockeneren Wäldern der Pazifikküste. Die Kapuziner sind etwa 50 cm gross und  absolute Allesfresser: Von Blumen, Früchten, Vogeleiern und Insekten, bis zum Sandwich, das sich Touristen für den Lunch vorbereitet haben, verschlingen sie alles. Kapuzinerhorden sind gewöhnlich zwischen 2 und 20 Stück gross, mit einem Alphamännchen im Zentrum.

Vorsicht mit diesen überaktiven Tieren, wenn Sie sie in Nationalpärken antreffen: Sie sind bekannt dafür, sich alles zu greifen, was nicht  befestigt ist. Zudem kann es vorkommen, dass sie aggressiv werden, wenn Sie sich zu nahe in ihr Revier wagen.

Weisschulterkapuziner sind vor allem in den Nationalpärken von Manuel Antonio, Corcovado and Santa Rosa zuhause. Leider hat der illegale Handel mit Weisschulterkapuzinern in den letzten Jahren wieder zugenommen.

 

Jaguar

jaguarDiese Raubkatzen sind die unangefochtenen Könige der lokalen Tropenwälder. Jaguare sind sehr scheu und meiden Menschen, so dass die Chance einen frei lebenden Jaguar zu sehen äusserst gering ist. Die höchste Dichte von Jaguaren in Costa Rica findet man in den Nationalpärken Corcovado und La Amistad - hier sind die Schutzgebiete genügend gross, dass sie jagen können.

Jaguare können 2 Meter lang, einen Meter hoch und über 100 kg schwer werden. Auf dem amerikanischen Kontinent sind sie die grössten Katzen. Meist jagen sie nachts, da sie ausgezeichnete Augen haben. Ihre Beutetiere bestehen aus 87 Arten, welche Vögel, Wildschweine, Leguane, Affen, Faultiere und sogar Kaimane beinhalten! Jaguare sind Einzelgänger, die ihren Opfern im Busch auflauern. Ihr Jagdterritorium ist in der Regel zirka 30-40 Quadratkilometer gross.

Jaguare sind gefährdete Tiere, und ihr Lebensraum wurde in Costa Rica tragischerweise durch Abholzung der Regenwälder zerstört. Weil Jaguare riesige Jagdgebiete benötigen, ist es äusserst wichtig, dass zwischen den verschiedenen Nationalpärken des Landes Schutzkorridore errichtet werden, die den verfügbaren Lebensraum vergrössern.

 

jaguarInteressante Fakten:

Der Jaguar ist eine sogenannte “Schirm-Spezies”: Der von ihnen benötigte Lebensraum ist so gross, dass in Schutzgebieten für Jaguare automatisch auch eine grosse Menge anderer Tiere geschützt wird. Dies ist der Hauptgrund, weshalb Jaguare oft im Mittelpunkt von Schutzanstrengungen stehen. Nicht weil sie die Könige des amerikanischen Dschungels sind, sondern weil der Schutz von Jaguaren automatisch der Schutz eines gesamten Ökosystems bedeutet.

 

Ozelot (Spanisch: Ocelote)

Ozelote sind mittelgrosse Raubkatzen; mit einem Meter Länge und einem Gewicht von 10-15 kg sind sie etwa von der Grösse eines Hundes. Sie gehören zur Gattung der Leoparden und sind in ganz Mittel- und Südamerika zuhause. Ozelots sind nachtaktiv und jagen in einem grossen Gebiet von ca. 18 Quadratkilometern. Ihre Beute besteht aus Reptilien, Amphibien und kleinen Säugetieren. In Costa Rica findet man Ozelote am ehesten in den Nationalpärken von Corcovado, Santa Rosa, Monteverde und im Gebiet von Los Santos – sie sind aber nur sehr schwer ausfindig zu machen.

 

Nasenbär (Spanisch: Pizote)

Nasenbär - pizoteNasenbären sind eine tropische Art von Waschbären mit einem rotbraunen Fell, dunklen Gesichtern und langen Schwänzen. Diese geselligen Tiere sind tagesaktiv und nicht scheu - die Chance, dass sie in Costa Rica Nasenbären begegnen werden, ist also recht gross. Nasenbären ernähren sich hauptsächlich von kleinen Wirbeltieren wie Mäusen und Echsen, sowie von Früchten und Insekten. Wenn sie von Menschen gefüttert werden, werden sie zahm. Besonders die Strasse um den Arenalsee wird oft von bettelnden Nasenbären belagert, die einfach an ihren grossen Nasen und buschigen Schwänzen zu erkennen sind. Bitte füttern Sie sie trotzdem nicht!

 

Waschbär (Spanisch: Mapache)

WaschbärWaschbären (Durchschnittsgrösse 40 cm) können einfach an ihren “Räubermasken” - dem schwarzen Fell um die Augen herum - erkannt werden. Sie sind nachtaktive Allesfresser, die sich von Früchten und jeglichen Kleintieren, die in ihr Maul passen, ernähren. Obwohl sie sehr flinke Hände haben, stimmt die Legende, dass sie sich vor dem Essen die Hände waschen nicht. Diese Tätigkeit kommt vielmehr daher, dass sie Essensstücke mit Wasser befeuchten damit diese leichter essbar werden.

 

Tapir (Spanisch: Danta)

tapirTapire gehören gehören wie Nashörner und Pferde zur Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla). Ihre Ähnlichkeit zu Pferden sieht man auch an den langgezogenen Schnauzen. Der Mittelamerikanische Tapir ist etwa 2 Meter lang und kann bis zu 300 kg schwer werden. Damit ist er das grösste Säugetier Zentralamerikas. Die Pflanzenfresser ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Gras, Blättern und Zweigen. Tapire sind Einzelgänger und können 25-30 Jahre alt werden.

Tapire findet man am ehesten in der Nähe von Bächen und Sümpfen, da sie sich gerne in der Nähe von Wasser befinden und gute Schwimmer sind. Sie können sich sogar auf den Boden eines Flussbett sinken lassen und dieses grasend hochwandern!

 

 

schlafender tapirInteressante Fakten:

Nachdem der Tapir einst in zahlreichen Gebieten Costa Ricas zuhause war, starb er vor einigen Jahren beinahe aus. Da viele Sümpfe, bewaldete Hügel und Regenwälder verschwanden, reduzierte sich der Lebensraum der Tapire gefährlich. Heute hat sich die Tapirpopulation in den Nationalpärken von Corcovado und Tenorio am Besten erholt. Damit sich der Bestand dieser gefährdeten Spezies aber weiter erholt, müssen unbedingt Biologische Korridore errichtet werden. Mittlerweile wurde der Korridor “Path of the Tapir” errichtet, der die Schutzgebiete Los Santos, Chirripo, Corcovado und weitere Gebiete miteinander verbindet. Dies ist eine wichtige Initiative (die 1994 von engagierten privaten Akteuren angestossen wurde) zum Schutz der Tiere und war weltweit das erste Programm zur Erhaltung des Tapirs.

Tapire sind ein wichtiges Symbol zum Schutz der Wälder geworden, da sie sich vor allem in Primärwäldern (also Wälder, die nie abgeholzt wurden) wohl fühlen.

Von einer Tapirmutter ist bekannt, dass sie sich gerne in der Gegend um die Rangerstation Sirena im Nationalpark Corcovado aufhält; hier kann sie oft beobachtet werden, wie sie sich während des Tages im Schatten eines Baumes ausruht.

 

Nabelschwein/Pekari (Spanisch: Pecari)

pekariNabelschweine gehören - wie Schweine, Giraffen, Büffel und Kühe - zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), mit einer geraden Anzahl von Zehen an den Füssen. Tatsächlich sind sie auch dem Wildschwein sehr ähnlich, da sie grobes Fell, kleine Ohren, einen kurzen Schwanz und Stosszähne haben. Mit ihren langen Schnauzen graben sie die Erde auf, ernähren sich von Fallobst, Blättern und Gras. In Costa Rica gibt es zwei Arten von Nabelschweinen, die meist in Rotten (Gruppen) unterwegs sind: das Weissbartpekari und das Halsbandpekari.

Trotz ihres Rufes, aggressive Tiere zu sein, sind Pekaris für Menschen selten eine Gefahr. Mit ihren scharfen Hauern können sie zwar durchaus Verletzungen zufügen. Da sie aber sehr schlecht sehen, kann man sich unbemerkt zurück ziehen, wenn man sich ruhig verhält, wenn man ihnen begegnet.

 

Gürteltier (Spanisch: Armadillo)

Gürteltiere sind einfach an ihrem aus Horn- und Knochenplatten bestehenden Panzern zu erkennen. Armadillos sind ungefähr 50 cm grosse Einzelgänger, die man selten sieht, da sie nachtaktiv sind. Ihre Hauptnahrung besteht aus Ameisen, Termiten und anderen Insekten, die sie mit ihren scharfen Klauen ausgraben. Dank ihrem guten Geruchssinn können sie die Beutetiere bis 20 cm unter dem Boden ausfindig machen.

 

Fledermaus (Spanisch: Murciélago)

fledermäuseWegen ihrer Nachtaktivität und der Orientierung durch ein Sonarsystem, üben Fledermäuse eine starke Faszination auf Menschen aus. Fledermäuse gibt es in einer Vielzahl von Grössen zwischen 5-80 cm und einem Gewicht von 5g bis 200g. Während des Tages findet man Fledermäuse an ihren Schlafplätzen, welche meistens Höhlen, hohle Bäume, oder die Schattenseite von Bäumen sind. Nachts sind Fledermäuse meist zum Essen unterwegs. Ihre Hauptnahrung sind Insekten, die sie direkt mit dem Mund auffangen, oder sich mit ihren Flügeln zulöffeln. Manche Fledermäuse sind Vegetarier, der gemeine Vampir ernährt sich jedoch von Blut! Vampire drücken ihre scharfen Zähne in den Hals von schlafenden Tieren, reissen ein winziges Stück Haut ab und lecken das Blut ab. Dank des hohen Nährwerts benötigen sie nur etwa 15ml Blut pro Tag.

Fledermäuse, die sich von Nektar ernähren, sind wichtige Bestäuber für Pflanzen (wie Bienen und Vögel). Blüten, deren Pollen hauptsächlich durch Fledermäuse verbreitet wird, sind meistens weiss und öffnen sich in der Nacht damit sie leichter erkannt werden.

In der Nacht navigieren Fledermäuse mit einem Echolot-Sonar: Sie senden unzählige Ultraschallwellen aus und tasten die Umgebung in Sekundenbruchteilen nach wiederkehrenden Echos ab.

Interessante Fakten:

Fledermäuse gehören zu den Säugetieren mit der grössten Artenvielfalt, es gibt weltweit über 950 verschiedene Arten. In Costa Rica sind sie bei den Säugetieren die unangefochtenen Spitzenreiter: Von 200 Säugetierarten, sind 105 Fledermausarten.

 

Beutelratte/Opossum (Spanisch: Zarigüeya)

Beutelratten heissen so, weil sie mit ihren spitzen Nasen und unbehaarten Schwänzen Ratten sehr ähnlich sind; sie gehören aber nicht zur selben Familie (d.h Unterklasse). Am ehesten sieht man Opossi in der Nacht, wenn sie auf der Jagd sind. Diese Allesfresser essen alles, was ihnen über den Weg läuft und in ihr Maul passt. Da sie auch gerne Aas fressen, werden sie oft auf Strassen getötet, während sie durch Autos getötete Kadaver verspeisen.

Interessante Fakten:

Beutelratten sind sogenannte Beutelsäuger: Nur 15 Tage nach der Paarung gebären sie ihre Jungen. Die Kinder sind also fast noch Embroys, wenn sie auf die Welt kommen, und bleiben dann im Beutel der Mutter, wo sie für weitere 2 Monate gesäugt werden. Kängurus pflanzen sich ebenfalls auf diese Weise fort.

Opossi haben spezielle Immunsysteme, die sie gegenüber einer Vielzahl von Schlangenbissen unverwundbar machen. So sind sie immun gegen Bisse von Klapperschlangen und Grubenottern.

 


Paka / Aguti

pacaPakas und Agutis sind Nagetiere, wie man an ihren scharfen Schneidezähnen erkennt, mit denen sie eine Vielzahl von Materialien zerteilen können. Die Tiere sind prinzipiell Vegetarier, die sich hauptsächlich von Früchten, Samen und Nüssen ernähren, ihre Diät zum Teil aber auch mit Insekten erweitern, um zu mehr Proteinen zu kommen. Vom Ökosystem ist die Präsenz von Pakas und Agutis vor allem für Jaguare wichtig, in deren Speiseplan sie einen wichtigen Platz einnehmen.

 

Hirsch (Spanisch: Venado)

WeißwedelhirschHirsche sind grosse Säugetiere, die in zahlreichen Gebieten der Erde heimisch sind. Diese Wiederkäuer ernähren sich von Gras und bewohnen hauptsächlich Waldgebiete. Obwohl viele Reisende erstaunt sind, dieses Tier in Costa Rica zu finden, kann man sie oft an Waldrändern grasen sehen.

 

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