Indigenene Stämme Costa Ricas:

Die Ureinwohner Costa Ricas können prinzipiell in 2 Gruppen eingeteilt werden:

  • die einen Ethnien sind aus dem nördlichen Zentralamerika und Mexiko migriert: Nahua-Ethnie
  • die anderen sind aus dem nördlichen Südamerika nach Panama und Costa Rica übersiedelt: Makro-Chibcha-Ethnie

Übersicht der indigenen Volksgruppen Costa Ricas:

Völker der Makro-Chibcha-Ethnie (aus dem nördlichen Südamerika)

Mehrere Studien legen nahe, dass die Bribri und Cabécar Indios derselben Ethnie entstammen. Sie teilen den Glauben an Sibo als höchste Gottheit und Schöpfer des Universums. Während Teile des Bribri Stammes in Gebieten des Tieflandes von Talamanca heimisch sind, leben die Cabécares zurückgezogen in den Bergen der Cordillera de Talamanca. Durch ihre Isolation sind sie von der westlichen Zivilisation noch weniger beeinflusst worden, als die Bribri.

 

cabecar frau mit kindCabécares

Es gibt heute ungefähr 10’000 Cabécar Indianer, die ihre Sprache, Naturmedizin und patriarchale Kultur weitgehend bewahrt haben. So heiraten die Caciques (Häuptlinge) des Stammes heute noch mehrere Frauen. Die Frauen müssen übrigens die Zeit der Schwangerschaft und des Stillens isoliert in einer Hütte verbringen, wo sie mit keinen Männern Kontakt haben dürfen.
Von den Cabécares ist ein reicher Korpus an Geschichten und Legenden erhalten geblieben - sowohl auf Spanisch als auch auf der ursprünglichen Cabécar Sprache.

  • Ort: Südliche Atlantikküste, Provinz von Limón, Chirripó (Pacuare-Tal), Tal des Rio Estrella und das Reservat von Talamanca. Ujarrás de Buenos Aires und China Kichá.
  • Kulturelle Identität: Die Cabécar Indios sind wahrscheinlich die autochthone Gruppe mit der ausgeprägtesten kulturellen Identität in Costa Rica. Die Sprache Cabécar wird auch zur grossen Mehrheit gesprochen und viele beherrschen kein Spanisch. Die traditionellen Bräuche und Traditionen werden intensiv gepflegt und die Clanbeziehungen sind immer noch von hoher Bedeutsamkeit.
  • Landwirtschaft: Anbau von Kaffee, Kakao und Bananen; Vogeljagd und Fischerei

In manchen Gebieten ist es möglich, die einheimischen Cabécar Indios zu besuchen und einen Einblick in ihre traditionelle Lebensweise zu erhalten. Kontaktieren Sie uns für Infos zu einem Ausflug zu den Cabécares.

 

bribri schulkinder auf pferdBribri

  • Ort: Südlicher Pazifik: Provinz Puntarenas, indigene Reservate von Salitre und Cabagra im Kanton Buenos Aires.
    Südlicher Atlantik: Provinz Limón, indigenes Reservat von Talamanca.
  • Kulturelle Identität: Die Bribri haben ihre ursprüngliche Sprache zum grossen Teil beibehalten und benutzen das lateinische Alphabet mit einigen zusätzlichen Zeichen zur Verschriftlichung.
  • Landwirtschaft: Anbau von Kakao, Bananen, Mais, Bohnen; Schweinezucht, Vogeljagd.
  • Kunsthandwerk: Korbflechten und Herstellung von Musikinstrumenten aus natürlichen Materialen, die im Wald gesammelt werden. Herstellung von Textilien aus Pflanzenfasern und natürlichen Pigmenten. Zur Überquerung des Flusses Sixaola nach Panama werden immer noch Einbäume und Flosse verwendet, die selbst gebaut werden.

 

Terrabas (oder Teribes)

Heute gibt es kaum noch Einwohner der Térraba Ethnie in Costa Rica.

  • Ort: Kanton von Buenos Aires im Reservat Boruca-Térraba.
  • Kulturelle Identität: Obwohl die überlebenden Térrabas ihre kulturelle Identität bewahren, ist die Térraba Sprache ausgestorben.
  • Landwirtschaft: Anbau von Mais, Bohnen, Reis, Bananen, Zitrusfrüchten. Heute ist das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Térraba vor allem von nicht-indigenen Bewohnern besiedelt.

 

artisan in borucaBorucas (oder Bruncas)

Die autochthonen Borucas leben stets noch in enger Verbindung mit den Traditionen ihrer Vorfahren. Dies sieht man an den lebhaften Legenden, ihren Tänzen und dem Kunsthandwerk. Besonders bekannt sind die Borucas für die “Fiesta de los Diablitos”, ein dreitägiges Fest, das vom 30. Dezember bis zum 2. Januar stattfindet.

Fiesta de los Diablitos: Hier wird künstlerisch nachgestellt, was sich vor Jahrhunderten während der Conquista durch die Spanier abgespielt hat: Als die Spanier an der Pazifikküste Costa Ricas ankamen, zogen sich die Borucas nach wenigen Kämpfen ins Hochland zurück. Während der “Fiesta” werden die Kämpfe zwischen den Ureinwohnern (die Teufel) und den Conquistadores (der Stier) nachgestellt. Die Teufel werden mit den bekannten Holzmasken dargestellt und während der Festlichkeiten werden grosse Mengen von selbstgemachter Chicha konsumiert (Chicha ist eine traditionelles Alkoholgetränk, das aus vergärtem Mais oder Bananen hergestellt wird).

    pepe, boruca
  • Ort: Kanton Buenos Aires. Das indigene Reservat besteht aus mehreren Gemeinden: El Centro de Boruca, Rey Curré, Changuena, Maíz und Bijagua.
  • Kulturelle Identität: Die Borucas sind besonders für ihr geschicktes Kunsthandwerk bekannt, vor allem die Masken welche an der Fiesta de los Diablitos zum Einsatz kommen.
  • Landwirtschaft: Anbau von Getreide, Viehzucht.
  • Baumwolltextilien, natürliche Textilfärbemittel, Herstellung von traditionellen Holzmasken mit Tiermotiven.

Wir sind im Gebiet von Borucas sehr aktiv und unterstützen die lokale Bevölkerung bei mehreren Projekten. Kontaktieren Sie uns falls Sie gerne Zeit hier verbringen möchten, um die lokale Kultur und das Kunsthandwerk näher kennenlernen möchten. Empfehlenswert ist insbesondere die Zeit um Neujahr, wenn die “Fiesta de los Diablitos” stattfindet.

 

guaymie mädchenGuaymies

Die Guaymie machen den grössten Anteil der indigenen Population Costa Ricas aus. In den 1960ern sind die Guaymies (auch als Ngöbegues bekannt) aus Panama nach Costa Rica emmigriert.

  • Ort: Südlicher Pazifik, Provinz Puntarenas; Gemeinden von Abrojos im Kanton Corredores, Conteburica im Golfito Canton und Coto Brus.
  • Kulturelle Identität: Die farbigen handgefertigten Trachten werden immer noch von einem Grossteil der Guaymies getragen. Die gängige Sprache ist Guaymí, aber manche Häuptlinge und Funktionäre sprechen auch Spanisch. Seit einigen Jahren werden Projekte zur Alphabetisation in den Guaymie-Gemeinden vermehrt gefördert.
  • Landwirtschaft: Anbau von Kakao, Reis, Bohnen, Mais, Palmöl und Bananen. Jagd, Fischerei, Schweinezucht.
  • Kunsthandwerk: Textilherstellung aus Naturfasern und Färbung derselben mit natürlichen Färbemitteln. Produktion von Matten und Hüten, die aus Baumrinde hergestellt werden.

 

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Völker Mesoamerikanischer oder Nahua-Ethnie

(Uto-Azteken mit Nahuatl als Ur-Sprache)

Guatusos / Malekus

maleku indianerDie Malekus sind heute eine der kleinsten indigenen Gruppen in Costa Rica und haben den kleinsten Landbesitz: 40% der Familien wohnen nicht auf ihrem eigenen Land. Mit 10% ist die Arbeitslosigkeit relativ hoch. Die Malekus werden zudem von Einwanderern in ihrem eigenen Land dominiert: 62% des Maleku-Reservats sind von nicht-indigenen bewohnt. Somit sind hier auch Mischehen zwischen den Ethnien relativ gebräuchlich geworden.

  • Ort: Nördliches Flachland Costa Ricas, Provinz von Alajuela, Kanton von San Rafael de Guatuso.
  • Kulturelle Identität: Neben Spanisch wird Maleku gesprochen. Um die Kultur zu fördern, werden heute an den öffentlichen Schulen beide Sprachen unterrichtet.
  • Landwirtschaft: Anbau von Kakao, Pejibaye, Palmöl; Fischerei.
  • Kunsthandwerk: Herstellung von Tonfiguren, Keramik, Flosse, Pfeile und Bogen aus Holz.

junger chorotegaChorotegas

  • Ort: Provinz Guanacaste, Kanton Hojancha, Reservat Matambú, Dörfer San Vicente, Guaitil und Santa Barbara.
  • Kulturelle Identität: Die Ursprache der Chorotegas wird nicht mehr gesprochen, aber die kulturelle Identität ist noch sehr präsent. Gebräuche und Traditionen werden aufrecht erhalten, wie man an der Herstellung von Töpferwaren und Keramikfiguren erkennen kann.
  • Landwirtschaft: Anbau von Getreide und Gemüse; Bienenzucht
  • Kunsthandwerk: Töpferei und Keramik

 

indio töpferei, costa rica
 

Huetares

Heute existiert nur noch ein kleiner Teil des Huetare-Volkes.

  • Ort: San José, Kanton Puriscal, Zapatón, Region Cerrito Quepos
  • Kulturelle Identität: Die kulturelle Identität ist zum Grossteil verloren gegangen, auch wenn gewisse Traditionen wie die Fiesta del Maíz weiter bestehen. Das Wissen um die medizinische Verwendung lokaler Pflanzen ist ebenfalls erhalten geblieben. Die Huetares sprechen heute ausschliesslich Spanisch.
  • Landwirtschaft: Der Boden im Gebiet ist relativ unfruchtbar und die Landwirtschaft hat sich deshalb kaum durchgesetzt; Mais ist die einzige Kulturpflanze, welche hier angebaut wird.
  • Kunsthandwerk: Es werden vor allem Gegenstände hergestellt, die aus Palmenblättern oder Pflanzenfasern hergestellt werden. Die Huetares sind zudem Experten im Färben von Textilien mit natürlichen Farben. Kunsthandwerk aus Keramik wird an Strassenständen und in "ferias" (Märkte) verkauft.

 

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