Der Tropische Regenwald

Montevede ForestCorcovado Forest

Die Regenwälder bilden die artenreichsten Gegenden der Erde und sind daher eine wertvolle Ressource für die Erforschung von Umwelt und Ökologie. Costa Rica ist ein grossartiger Ort, um natürliche Interaktionen in einer mehr oder weniger intakten tropischen Umwelt zu beobachten. Zugleich werden hier aber auch die Folgen von Abholzung und weitere Umweltgefahren offenbar. Obwohl 26% der Fläche Costa Ricas geschützt sind, verlor das Land im 20. Jahrhundert einen Drittel seiner Wälder, und das Thema bleibt immer noch ein kontroverses politisches Thema. Während die einen die Wichtigkeit der Natur für den Tourismus und kommende Generationen erkennen, halten die anderen immer noch an kurzfristig angelegten Projekten fest, welche wenig nachhaltig sind.


Über tropische Regenwälder

Tropische Regenwälder können in drei Hauptkategorien unterteilt werden:

Flachland-Trockenwald:

  • Relativ kleine Bäume, die in 2 Schichten wachsen: Die tiefere Schicht wird bis 10-20 m hoch, die höhere Schicht ist grüner und wird bis zu 30 m hoch. Die meisten Bäume verlieren ihre Blätter in der Trockenzeit um den Wasserbedarf zu minimieren. Ausgeprägte saisonale Unterschiede sind zu erkennen. Trockenwälder sind am geeignetsten um die Tierwelt zu beobachten. Sie sind zugleich auch am meisten von Abholzung bedroht, da ihr reicher Boden gut für Landwirtschaft genutzt werden kann.

Flachland-Feuchtwald:

  • Typische immergrüne Wälder mit Bäumen von bis zu 50 Metern Höhe und einem kargen, wenig fruchtbaren Boden. Tropische Feuchtwälder bilden die artenreichsten Gebiete der Erde (für Pflanzen und Tiere).

Hochland- und Nebelwald:

  • Die Nebelwälder des Hochlandes sind immergrün; im Flachland hingegen findet man eine Mischung aus immergrünen und laubwechselnden Pflanzen. Die Bäume können bis zu 60 m hoch werden, ihre Grösse nimmt aber mit zunehmender Meereshöhe ab. Nebelwälder findet man im Hochland, wo die Landschaft permanent in Nebel und Wolken eingehüllt ist. Aufsitzerpflanzen wie Bromelien und Moose sind in diesen Wäldern reich vorhanden.

 

Forest

Tropische Regenwälder bedecken ungefähr 7% der Landesoberfläche der Erde, werden aber von über 50% der vorkommenden Arten bewohnt. Diese Wälder kommen in den Tropen zwischen dem südlichen und nördlichen Wendekreis, um den Äquator herum vor.

Tropische Böden sind in der Regel karger als jene gemässigter Zonen. Der Grund dafür ist, dass organische Materie von Pflanzen, Bakterien und Pilzen absorbiert wird bevor sie sich zu Humus zersetzen kann. Da nur wenig Sonnenlicht den Boden erreicht, ist die unterste Vegetationsschicht dünn. Die meisten Tiere des Waldes sind im dichten Blätterdach zuhause, wo sie den Grossteil ihrer Nahrung finden. Der Kampf um Licht ist in tropischen Wäldern grundlegend. So kann man beobachten, wie Samen schon nach wenigen Tagen zu keimen beginnen, um im Rennen ums Licht einen Vorteil zu erreichen.

Die Vielfalt der Pflanzen ist aussergewöhnlich. Neben riesigen Bäumen und grossblättrigen Unterholzgewächsen, findet man hier auch viele „Kletterer und Würger“ - auch als „Lianen“ bekannt – welche die Baumstämme entlang hoch wachsen. Zudem gibt es viele Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) wie Orchideen und Bromelien, welche auf anderen Pflanzen wachsen, ohne diesen zu schaden. Und selbstverständlich findet man eine grosse Variation an Palmen.

In Costa Rica bilden tropische Feuchtwälder den wichtigsten Lebensraum.

 

Primärwald und Sekundärwälder

  • Primärwälder nennt man Wälder, welche nie abgeholzt oder auf andere Art von Menschen verändert wurden. Hier ist das Ökosystem im ursprünglichsten Zustand und damit bilden sie die artenreichsten Gebiete der Erde.
  • Sekundärwälder sind Wälder, welche sich nach einem bedeutenden Schaden wieder regeneriert haben. Dieser Schaden ist meist Abholzung durch Menschenhand. Feuer oder Insektenbefälle können weitere Gründe sein. In Sekundärwäldern ist die Biodiversität geringer und es gibt meist nur eine Baumschicht. Erst nach über 150 Jahren werden Sekundärwälder dichter und höher, so dass sie Primärwäldern zu gleichen beginnen.

 

 

Abholzung tropischer Regenwälder

Trotz der zahlreichen Nationalpärke und Schutzgebiete, hat Costa Rica immer noch eine der höchsten Abholzungsraten der Welt (3,9%/Jahr in 2007). Zwischen 1950 und 1988 verlor das Land ungefähr einen Drittel seiner Regenwälder. Zum grössten Teil erfolgte die Abholzung, um den Boden landwirtschaftlich zu nutzen. Weideland schadet dem Ökosystem zusätzlich durch Verdichtung des Bodens, welches das Wachsen vieler Pflanzen verhindert, sowie durch Nährstoffabbau und Erosion. Landwirtschaftliche Monokulturen wie Bananen, Ananas oder Kaffee verschmutzen zudem den Boden und das Grundwasser, wenn viel Dünger und Pestizide verwendet werden.

Die Wichtigkeit des Schutzes der Regenwälder ist nicht zu unterschätzen. In Costa Rica war insbesondere der Tourismus ein wichtiger Faktor, welcher ein Bewusstsein dieser Wichtigkeit geschaffen hat. Wegen seiner Grösse und politischen Stabilität hat das Land mittlerweile eine der höchsten Dichten von biologischen Forschungs- und Erhaltungsprogrammen. Besuchen Sie eine der folgenden Webseiten, wenn Sie an solchen Projekten interessiert sind, oder diese unterstützen wollen:

 

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